Gesamtbild von Behinderungen

Behinderung – gesetzliche Definitionen

„Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können.
Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht.
Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung zu erwarten ist.“

Behinderung

Behindert? – Damit habe ich nichts zu tun. Auch für mich galt dieser Ausspruch. (Jedoch lese weiter unter: Beate Reiter)
Ich hatte noch nie in meinem Leben Kontakt zu geistig oder körperlich behinderten Menschen. Sie waren nicht ausgeblendet – aber bewusst waren sie mir tatsächlich nicht. Oft kann man sich damit herausreden, dass es wohl zu schwierig sei, in kurzer Zeit die Sachverhalte und Umstände eines behinderten Menschen zu ergründen und nachzuvollziehen. Man tritt höflich zur Seite, öffnet Türen, erhebt sich mühselig von Sitzplätzen und wirft scheue Blicke den behinderten Mitmenschen nach.

In Deutschland leben 6,6 Mill. körperlich behinderte Menschen. Dies ist ein Anteil von rund 8% der Bevölkerung.

Jedoch besteht zwischen Behinderten und Nichtbehinderten eine Kluft, welche an Brisanz nicht verliert. Nichtbehinderte wissen meist nicht, wie sie sich angemessen verhalten sollen und meiden daher Kontakte; manche fühlen sich bereits durch den Anblick eines körperbehinderten Menschen gestört und provoziert. Es hilft kaum, wenn sie daran erinnert werden, dass sie selbst plötzlich als Folge einer Erkrankung, eines Verkehrs- oder Arbeitsunfalls für den Rest ihres Lebens schwer behindert sein können.

Für Nichtbehinderte ist es nicht nachvollziehbar, welche Veränderungen im Leben durch eine plötzliche Behinderung auftreten und erfolgreich bewältigt werden müssen. Denn in diesen Prozessen, welche durch den kürzlich behindert gewordenen Menschen zu leisten sind, kann man dem Problem der Behinderung in der Gesellschaft näher kommen und Ansatzpunkte für Veränderungen finden. Dies würde bedeuten, dass es möglich wird das Problem der Ausgrenzung durch eine „Andersartigkeit“ aufzudecken oder zu prüfen.

Behinderung wird im allgemein daran erkannt, dass irgendetwas als fehlerhaft oder defekt erscheint: im Körperbau, in den Bewegungsabläufen, in der Wahrnehmung, im Verhalten.
Ein solcher Begriff von Behinderung, der an dem äußeren Bild eines Individuums festgemacht wird, gehört zunächst in die Kategorie des Alltagswissens.
Eine objektive Diagnose fällt in die Zuständigkeit der Medizin. Hier gelten indessen grundsätzlich keine anderen Maßstäbe. Scheinbar subjektive Eindrücke sollen nach wissenschaftlichen Kriterien überprüft und so in gesicherte und sozialrechtlich handhabbare Erkenntnisse überführt werden. (siehe § 3 SchwbG) Behinderung wird als Schädigung, ein Unvermögen, ein Nicht-Können verstanden. Diese Interpretation berücksichtigt eine rein medizinische Sichtweise, man betrachtet pathologische Faktoren, körperliche und geistige Beeinträchtigungen.
Es gibt durch Behinderung sehr viele psychische Probleme, welche sich am besten durch anderweitige Arbeiten und seinen Körper stärkend lindern lassen.
Dazu gehört unter anderem der Behinderten Sport!

Was bedeutet Behinderung nach WHO?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert für das Zustandekommen einer Behinderung drei Ursachen: Schaden, funktionale und soziale Beeinträchtigung. Aufgrund einer Erkrankung, angeborenen Schädigung oder eines Unfalls als Ursache entsteht ein dauerhafter gesundheitlicher Schaden.

Wie wird Behinderung Sozialrechtlich definiert?

Menschen gelten im sozialrechtlichen Sinne als behindert (§ 2 Absatz 1 SGB IX), wenn ihre körperlichen oder geistigen Fähigkeiten oder ihre seelische Gesundheit nicht nur vorübergehend (das heißt länger als sechs Monate) von dem altersentsprechenden Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist.

Ist das Wort Behinderung Diskriminierung?

Diskriminierung durch Sprache – „Behinderter“ ist ein Unwort.

Kann man behindert sagen?

Die Behinderung ist nur eine von vielen Eigenschaften eines Menschen auf die er nicht reduziert werden darf. Die Wendung „behindert sein“ verwenden wir nicht. Wir sprechen von „eine Behinderung haben“. Eine Person ist nicht behindert und hat sich in dieser Wendung auch so zu definieren, sondern hat eine Behinderung.

Wie nennt man einen Behinderten?

Als allgemeine Bezeichnungen sind die Ausdrücke „behinderte Menschen“ oder „Menschen mit Behinderung“ im Deutschen politisch korrekt. … Dies drückt sich im Slogan: „behindert ist man nicht, sondern man wird behindert“ oder durch das Wortspiel „gehindert“ aus.

Wie wollen Behinderte genannt werden?

Da viele Menschen aber befürchten, allein mit dem Wort Behinderung zu beleidigen oder zu stigmatisieren, hat sich Handicap als Begriff etabliert. Gerne werden auch beschönigende Alternativ-Ausdrücke, wie z.B. „besondere Bedürfnisse“ oder „andersfähig“ gewählt.

Welche Formen der Behinderung gibt es laut Gesetz?
Grundsätzlich lassen sich Behinderungszusammenhänge grob in folgende Bereiche kategorisieren:
  • Körperliche Behinderung.
  • Sinnesbehinderung (Blindheit, Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit, Taubblindheit)
  • Sprachbehinderung.
  • Psychische (seelische) Behinderung.
  • Lernbehinderung.
  • Geistige Behinderung.
Welche Behinderungsformen gibt es?
Behinderungsarten
  • Autismus.
  • Bewegungsstörungen.
  • Blindheit und Sehbehinderung.
  • Chronische Erkrankungen.
  • Epilepsie.
  • Geistige Behinderung.
  • Hirnschädigung.
  • HIV und Aids.
  • Hörbehinderungen
  • Kleinwuchs
  • Krebs
  • Multiple Sklerose
  • Nierenerkrankungen
  • Rheuma
  • Psychische Behinderungen
  • Sucht
Was fällt alles unter geistige Behinderung?

Der Begriff geistige Behinderung (auch „geistige Zurückgebliebenheit“ und „mentale Retardierung“) bezeichnet einen andauernden Zustand deutlich unterdurchschnittlicher kognitiver Fähigkeiten eines Menschen sowie die damit gegebenenfalls verbundenen Einschränkungen seines Gefühlslebens und Verhaltens sowie motorischer Fähigkeiten.

Was sind die häufigsten Behinderungen?

Mit knapp 25 Prozent ist eine Beeinträchtigung der Funktion von inneren Organen bzw. Organsystemen die häufigste Schwerbehinderung. Deutschlandweit waren 2015 rund 319.000 Schwerhörige, 354.500 Sehbehinderte und 953.700 Schmerzpatienten als schwerbehindert anerkannt.          15.05.2017

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